Nagelneuer U-Bahnhof am Flughafen-Terminal

Seit Freitag vergangener Woche fährt die U-Bahn direkt vom Hauptbahnhof über die Altstadt sowie von der Messe zum Flughafen. Die nagelneuen Wagen der U80 und U81 glänzen noch … und am Wochenende habe ich mir den vielen Ausflüglern angeschlossen, die zu ersten Mal hier fahren wollten.

Zwei Dinge haben mich beeindruckt:

Zuerst die Architektur des neuen U-Bahnhofs „Flughafen Terminal“. Er ist richtig schick geworden: Tolle Linienführung – alles irgendwie horizontal gestreift. Klassisch wie ein Nadelstreifenanzug, und ebenso elegant.

Verantwortlich dafür zeichnen SOP Architekten, insbesondere Helmut Oberholz. SOP zeichnen unter anderem verantwortlich für Gebäude im Medienhafen, beispielsweise das von Trivago und das Hyatt-Hotel.

Das zweite, das mir aufgefallen ist, sind die Säulen, die mit quasi-horizontalen Linien bemalt wurde. Die Künstlerin Anna Vogel nennt sie „Frequenzen“. Es sind zarte Diagramme gegen die dynamischen und geraden Linien an Wänden und Decke. Alles wurde per Hand gezeichnet, eingescannt und anschließend auf Folie hinter Glas aufkaschiert.

Anna Vogel hat an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert, unter anderem bei Andreas Gursky und Thomas Ruff. Die 1981-Geborene ist Förderpreisträgerin der Landeshauptstadt Düsseldorf 2012.

Die Linien haben Zacken und erinnern etwas an einen Herzschlag. Vielleicht interpretiert als „U-Bahn lebt den Herzschlag der Stadt“? Mir drängte sich außerdem die Frage auf, ob Grün eine Nulllinie darstellt. Oder ob die Zacken oder Wellen einen Bezug auf den Rhein nehmen. Viel Raum für Interpretation…

Und nicht zuletzt: Während der Fahrt über die Hochtrasse kann man herrliche Ausblicke aufs Flugfeld und die dort parkenden Flugzeuge erhaschen.

Zum Schluss noch ein paar ZDF – Zahlen, Daten und Fakten: Die Strecke ist 1,9 Kilometer lange und kostete 336 Millionen Euro. Erste Gedanken dazu gibt es seit den 1990er-Jahren. Im Jahr 2013 gab es einen Bedarfsbeschluss. Davon ausgehend sollte die neue Bahnlinie 2019 in Betrieb gehen. Das stellte sich als deutlich zu optimistisch heraus. Auch im Folgejahr musste die Fußball-EM 2024 ohne diese Bahnverbindung auskommen. Grund dafür waren aufwendige Neuberechnungen der Statik des Bahnhofs, und später kamen noch Fehler bei der Planung der Elektrik hinzu. Doch am Ende zählt nur eines: Es ist vollbracht!

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