Denkmal-Patenschaft für die Katzenbank

Kennen Sie das Goltsteinparterre? Längst nicht alle Düsseldorfer können mit diesem Eck im Hofgarten etwas anfangen. Die angrenzende Goltsteinstraße ist da bekannter. Und vor allem das Schauspielhaus, hinter dem dieses kleine Rund im Park angelegt wurde. Um eine im Frühjahr herrlich blühende Magnolie herum sind etliche Denkmale aufgestellt. Und dann steht da diese leuchtend weiße Bank mit den beiden eleganten Katzen als Armlehnen…

Sie ist das letzte Überbleibsel der Düsseldorfer Gartenausstellung von 1904, deren offizieller Name damals „Internationale Kunstausstellung, Kunsthistorische Ausstellung und Große Gartenbau-Ausstellung“ lautete. Sie war von Peter Behrens konzipiert worden, dem damaligen Direktor der Kunstgewerbeschule. Auf dieser Webseite finden sich viele interessante Informationen dazu: http://schaffendesvolk1937.de/die-ausstellungen-von-1811-bis-1937/ausstellung-1904/

Behrens hatte den Bildhauer Rudolf Bosselt beauftragt, für den „Architektonischen Garten“ am Kunstpalast – dem heutigen Ehrenhof – eine Bank mit dem Thema Katzen und eine Bank mit Hunden zu entwerfen. Die „Marmorbank mit Katzen“ wurde damals von Georg Oeder gestiftet, einem Landschaftsmaler der Düsseldorfer Schule. Das Geld dazu hatte er durch seine Frau, die aus der Unternehmerfamilie Haniel stammte.

Nach der Ausstellung wurden beide Bänke im Goltstein-Parterre aufgestellt. Heute existiert jedoch nur noch die „Katzenbank“, die Hundebank ist verschollen.

Katzenbank im Goltsteinparterre

Aufgrund ihres weichen Materials ist die Katzenbank bereits stark verwittert – dieser herrliche weiße Marmor sollte eigentlich nur für Innenräume verwendet werden. Vermutlich hatten Behrens und Bosselt nie gedacht, dass das Werk wirklich mehr als 100 Jahre lang Wind, Wetter, Regen und Schnee ausgesetzt sein würde. Reinigungen dürfen deshalb aber nur spezielle Fachkräfte vornehmen, die vom Denkmalamt beauftragt werden.

Im Sommer 2011 wurde die Marmorbank Opfer von Vandalismus – sie wurde beschmiert und sah ziemlich erbärmlich aus, siehe Foto:

Dass sie heute wieder in weißer Marmorpracht erstrahlt, dafür haben wir Guides vom Düsseldorfer Stadtführer e.V. uns eingesetzt – von denen ich einer bin. Wir organisieren zweimal pro Jahr – zum Weltgästeführertag am 21. Februar (oder um den Dreh herum) und zum Tag des offenen Denkmals im September – kostenlose öffentliche Führungen. Jedermann und jede Frau ist eingeladen, daran teilzunehmen … Wir bitten dabei um Spenden, die wir für die Säuberung und den Erhalt der Katzenbank einsetzen. Denn wir haben – nachdem der Vandalismus lange Zeit nicht behoben wurde und zu befürchten stand, dass diese wunderschöne Bank möglicherweise auch abgebaut wird und sich irgendwann einmal niemand mehr an sie erinnert und sie dann „verschollen“ ist wie die Hundebank – für diese Bank im Jahr 2011 die Denkmalpatenschaft übernommen. So konnten wir eine professionelle Reinigung (mit)finanzieren. Und sezten uns auch weiterhin für den Erhalt der wunderschönen Bank ein – denn bis zu einer wünschenswerten Konservierung ist noch ein weiter Weg.
https://www.duesseldorfer-stadtfuehrer.de/willkommen/was-wir-machen/

Auf der anderen Seite des Rondells steht die weiße Katzenbank, dahinter die geschwungene Fassade des Schauspielhauses vom Architekten Bernhard Pfau. Hinten rechts das Dreischeibenhaus.

Einschub-Update (Mai 2022):

Ende Einschub-Update :)

Wenn Sie am kommenden Samstag (19. März 2022) wieder mit uns die Stadt kennenlernen möchten: Die diesjährigen Schnupperführungen zum Weltgästeführertag stehen unter dem Motto „Mit Leib und Seele“. Einzelheiten finden Sie hier: https://www.duesseldorfer-stadtfuehrer.de/aktuelles/

Allein beim Gang durch den Hofgarten kann man also schon viele interessante Kunstwerke finden, die ich auch bereits in diesem Blog beschrieben habe – vom „Mahner“ über Velasquez‘ Meninas und die leuchtenden Parkbänke bis zur Liegenden Figur in zwei Teilen von Henry Moore

Entdecken Sie mit mir die Kunst im öffentlichen Raum und andere häufig übersehene Dinge in Düsseldorfs Mitte. Kontaktieren Sie mich!

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