Kennen Sie den Düsseldorfer Stadtheiligen?

Apollinaris = The Queen of Table Waters. Werbung wirkt! Der Name ist so fest mit dem Wasser verbunden, dass bei meinen Führungen regelmäßig Heiterkeitsausbrücke folgen, wenn ich den Namen des Düsseldorfer Stadtheiligen nenne: Der Heilige Apollinaris.

Wie wichtig er in Düsseldorf ist, sieht man daran, dass die Rheinkirmes um seinen Namenstag gefeiert wird – das ist der 20. Juli – wenn die größte Kirmes am Rhein nicht mal wieder coronabedingt abgesagt wird.

Doch wie kam Apollinaris nach Düsseldorf? Schließlich war er ein Italiener, aus Ravenna genauer gesagt. (https://de.wikipedia.org/wiki/Apollinaris_von_Ravenna)
Eine großartige Quelle rund um Heilige ist immer wieder das Heiligenlexikon: https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Apollinaris_von_Ravenna.html

Angeblich brachte der Kölner Erzbischof Rinald von Dassel die Reliquien des Heiligen Apollinaris im Jahr 1164 zusammen mit denen der heiligen Drei Könige nach Deutschland. Ihnen zu Ehren wurde die wunderschön gelegene und weithin sichtbare Kirche auf dem Apollinarisberg in Remagen errichtet.

Apollinariskirche in Remagen
Hoch über dem Rhein thront in Remagen die Apollinariskirche. Foto: Georg Reinders

Die Herzöge von Berg wollten Düsseldorf nicht nur zur Hauptstadt und Residenzstadt ihres Landes ausbauen, sondern auch zum Wallfahrtsort machen. Sie stifteten 1392 insgesamt 14 Stellen und gründeten so das „Stift“ an der Lambertuskirche. In der Wikipedia folgt dann der lapidare Satz: „Der Kirchenschatz wurde um bedeutende Reliquien vergrößert, darunter die Gebeine des Hl. Apollinaris, die sie aus Remagen hierher überführen ließen. (https://de.wikipedia.org/wiki/St.Lambertus(D%C3%BCsseldorf) )
In diesem goldenen Schatzkästlein in St. Lambertus sind sie aufbewahrt:

Nach Düsseldorf kamen aber wirklich nur die „Gebeine“, denn der Kopf blieb in Remagen. In der dortigen Apollinariskirche ist das Kopfreliquiar.

Und jetzt noch kurz die Erklärung, was das Ganze mit dem Tafelwasser zu tun hat:
Als der Winzer Georg Kreuzberg 1852 einen Weinberg in der Eifel ersteigert, weiß er noch nicht, was sich unter seinen Weinstöcken befindet. Doch als seine Reben partout nicht gedeihen wollen, geht er der Sache auf den Grund. Und findet in der Tiefe ein Mineralwasser mit quelleigener Kohlensäure in bester Qualität. Dank der vulkanischen Böden in der Eifel enthält es wichtige Mineralstoffe. Kreuzberg selbst will daraufhin kein Winzer mehr sein. Er lässt die Wasserquellen freilegen und benennt das Mineralwasser nach dem heiligen Apollinaris, einem Schutzheiligen des Weines.

Diese Geschichte ist nachzulesen auf den Seiten von Coca Cola – denn die Appolinaris-Quelle gehört inzwischen zu dem US-Brause-Konzern: https://www.coca-cola-deutschland.de/unsere-marken/apollinaris/apollinaris-historie

Warum allerdings St. Apollinaris als Wein-Heiliger gilt??? Vielleicht weil um Ravenna herum gute Tropfen wachsen und er dem Getränk in aller Weinseligkeit oft und gerne zugesprochen hat? Das ist allerdings nur meine Vermutung…

Wer mehr über St. Lambertus als Kirchengebäude lesen will, der darf sich gerne in meinem Blog-Beitrag zum „ältesten Gebäude der Stadt“ umschauen.

sdf

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