Das schwarze Loch

Was in einem schwarzen Loch im Weltraum verschwindet, das kommt nie wieder heraus. Ganz anders bei dem schwarzen Loch in der Düsseldorfer Kunsthalle. Was da von draußen reinkommt, das kommt innen wieder raus. Denn genau mit diesem Bedeutungs-Hintergrund hat Joseph Beuys die Außenwand der Kunstsammlung durchbrochen und das „Loch“ gemacht. Ist es auf der Straße laut, so sollen diese Geräusche und Töne auch im „Elfenbeinturm der Kunst“ bemerkt werden.

Allerdings ist ein Loch in einer Hauswand in Deutschland nicht wirklich gut: Bei Regen wird es drinnen nass, im Winter zieht die Kälte hinein. Ein Schutz musste her – und der kam in Form eines Ofenrohrs, das das Loch verkleidet, abdeckt und gleichzeitig unkenntlich macht.

das „Loch“ als Ofenrohr

Ort: Schräg links oberhalb des Eingangs zum Kom(m)mödchen an der rechten Seite der Kunsthalle.

Den Anlass für das „Loch“ hab die Ausstellung „Schwarz“ im Jahr 1967. Insofern ist meine Interpretation als „schwarzes Loch“ vielleicht nicht so ganz falsch. Beuys jedenfalls fand die Mystik im „Geist im Ofenrohr“ – aber das können mit Zentralheizungen aufgewachsene Menschen nicht einmal annähernd nachvollziehen.

Die Kunsthalle ist übrigens nicht nur hässlicher Beton, sondern eines der herausragendsten Beispiele des Architektur-Stils des Brutalismus 🙂 Das die Kunsthalle weg müsse, das forderte Beuys bereits zu deren Einweihung gemeinsam mit vier anderen Professoren der Kunstakademie. Er empfand das Gebäude als „Pralinenschachtel“, die die Kunst wegschließe, statt sie in den Diskurs mit den Menschen – egal ob innen oder außen, ob zufällige Passanten oder Akademiker – treten zu lassen.

Ein zweites Beuys-Kunstwerk steht am südlichen Ende der Carlstadt – die Eiche mit Basalt-Säule.

Haben Sie nun Interesse bekommen, mit mir auf die Suche nach Kunst in Düsseldorfs Stadtmitte zu gehen? Gerne zeige ich Ihnen meine Lieblings-Kunstwerke – nicht nur von Joseph Beuys … einfach anrufen oder eine E-Mail schreiben…

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