Namen in Steinen an der Burgplatztreppe

Am 1. Dezember war wieder Welt-AIDS-Tag. Das nehme ich – etwas verspätet – zum Anlass, ein Kunstwerk vorzustellen, das kaum auffällt und das deswegen täglich mit Füßen getreten wird: „Dreizeiler II“ stammt aus dem Jahr 2000 und ist Teil eines deutschlandweiten Landart-Kunstprojekts des Künstlers Tom Fecht.

Bereits 1988/89 beschäftigte sich Tom Fecht mit dem Thema Aids. Für die Deutsche AIDS-Stiftung entwickelte er das Projekt „Denkraum: Namen und Steine“. Mit seinem Projekt „Mémoire nomade“ erinnert der Künstler an Menschen, die an Aids gestorben sind. Oberhalb der Burgplatztreppe ziehen sich zwei Reihen Pflastersteine, in die Namen eingelassen sind. Neben bekannten Namen wie Freddy Mercury, Rudolf Nurejew und Robert Mapplethorpe finden sich hier auch Vornamen ohne Nachname.

Diese Düsseldorfer Steine sind Teil eines Netzes von mehr als 40 Installationen, die zwischen 1992 und 2000 entstanden. Hamburg, Köln, Bonn – und auch Düsseldorf. Tom Fecht ging darum, ein „nomadisierendes Gedächtnis und ein europaweites Epitaph des Gedenkens und der praktischen Solidarität mit HIV-infizierten Menschen“ zu schaffen. So entstand auch in Düsseldorf diese Außeninstallation.

Hier der Eintrag von Tom Fecht im Online-Lexikon Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Fecht

Die medizinische Forschung und Entwicklung macht AIDS inzwischen gottseidank nicht mehr zu einem Todesurteil. Dank Medikamenten können Infizierte jahre- und jahrzehntelang weiterleben und sich dabei gesund fühlen. In diesem Jahr – im Februar 2023 – wurde der „Düsseldorf-Patient“ in Fachkreisen bekannt. Ein 53-Jähriger, der als dritter Mensch weltweit nachgewiesermaßen von AIDS geheilt ist: https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/hiv-leukaemie-stammzellspende-101.html.

Wenn ich an Erinnerungsorte und Mahnmale denke, die mit Füßen getreten werden und über das die Menschen achtlos drüberweg laufen, dann denke ich an einen Blog-Beitrag, den ich bereits vor Jahren veröffentlicht habe. Nein – ich meine nicht die Stolpersteine von Günter Demnig. Ich meine die Kellergitter, die heute noch zeigen, wo im Zweiten Weltkrieg die Bevölkerung Schutz in Luftschutzkellern suchte: Kriegsspuren in Form von Kellergittern.

Wenn ich Ihnen nun Lust darauf gemacht habe, Düsseldorfs unbekannte Seiten zu entdecken, dann kontaktieren Sie mich!

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