Während meiner Touren durchs japanische Viertel werde ich immer wieder gefragt: Wo gibt es hier die besten Ramen? Ehrlich gesagt: Das weiß ich nicht! Oder genauer: Ich kenne kein einziges schlechtes Ramen-Restaurant in Klein-Tokio. Und ich kann mich nicht entscheiden, denn bei mir stehen etliche Ramen-„Restaurants“ auf dem Sieger-Treppchen.
Weshalb fällt es mir so schwer, eine eindeutige Empfehlung für „DIE BESTE“ Ramen-Bar zu geben? Weil die Suppen so unterschiedlich schmecken. In Japan hat sich nämlich in fast jedem Region eine Ramen-Variante als Spezialität entwickelt. Das ist ungefähr vergleichbar damit, dass der deutsche Kartoffelsalat in Bayern halt anders angemacht wird als in Hannover. In Sapporo gibt’s Miso. Kitakata und Sano sind ebenso wie Tokio für die salzige Shoyu bekannt, in Fukuoka und Kumamoto herrscht hingegen Tonkotsu vor. Damit haben wir auch gleich die drei großen Gruppen an Suppen-Brühen.
Im Winter darf die Suppe für mich ruhig kräftig sein. Deshalb findet man mich häufiger im Takumi 2nd Tonkotsu in der Oststraße. Für die Tonkotsu-Brühe werden die Knochen tagelang ausgekocht und sie ist deshalb besonders reich und sämig. Samt für die Seele. Das gilt auch für die noch recht neuen „Sapporo Miso Larmen“ von Dosanko (Marienstraße).
An wärmeren Tagen hingegen bekommt das Takumi 3rd Chicken & Veggie (Klosterstraße) häufiger von mir Besuch. Ich liebe insbesondere die Frische der Suppe mit der japanischen Zitrusfrucht Yuzu, weil sie so sommerlich leicht schmeckt. Diese Suppen-Basis habe ich noch nirgends anderswo gefunden, und ich bin mir auch nicht sicher, ob die Yuzu-Suppe überhaupt typisch japanisch ist. Vielleicht haben sie die Betreiber bei Brickny angesichts der immer mehr Veganer hierzulande entwickelt, um sich diesen Kundenkreis zu erschließen? Ob perfekt original – ist mir egal… Hauptsache lecker.
Neben der Suppenbasis unterscheiden sich die Ramen natürlich auch durch ihre Nudeln und die sonstigen Einlagen. Ob Schweinefleisch, Hühnchen, Gemüse, Tempura oder Ei – auch da gibt es gewaltige Unterschiede und letzten Endes ist es individuelle Geschmackssache, was die Favoritenliste anführt.
Das Tokyo Ramen Takeichi in der Bismarckstraße bietet eine Spezial-Ramen, in die Stücke eines in einer würzigen Soße gebratenen Schweinebauchs gelegt werden. Der ist unglaublich zart, zerfällt schon fast ohne Kauen. Ein Highlight. Und manchmal ertönt eine reichlich nervige Melodie. Sie kommt von einem Servier-Roboter, der autonom durch die Gänge fährt.
Lange Zeit war mein unangefochtener Favorit das Takezo in der Immermannstraße, das ich hier bereits vorgestellt habe. Aber da in den vergangenen Jahren die Vielfalt zugenommen hat, muss ich zugeben, dass ich inzwischen durchaus auch „fremdgehe“. Und natürlich gibt’s auch noch den „Klassiker“, das NaNiWa (Ecke Ostraße / Klosterstraße), dessen Ramen auch immer wieder lecker sind…





Natürlich gibt es auch Restaurants außerhalb des Japanviertels, die hervorragende Ramen anbieten, beispielsweise in Oberkassel, Benrath, Unterbilk oder Pempelfort. Mit dem Rika (Gehrtstraße 16, Grafenberg) hat sich beispielsweise ein ehemaliger Takumi-Koch seinen Traum von einem eigenen Restaurant verwirklicht. Andere gehören direkt zur Takumi-Familie, beispielsweise in Unterbilk oder Oberkassel.
Fazit: Wer sich durch alle Ramen-Bars durchprobiert, wird seinen Lieblingsramen finden! :)
…und Sie haben nun Appetit bekommen, mit mir durch Klein-Tokio am Rhein zu schlendern? Dann kontaktieren Sie mich!

