Heute nehme ich Dich mit in den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Genauer gesagt in die Haupthalle. Und dort schaust Du bitte – vermutlich zum ersten Mal bewusst – nach oben an die Decke. Dort siehst Du runde Spiegel.





Es handelt sich um ein Kunstwerk. „Hohlspiegel-Deckenobjekt mit Bodenprojektion“ – so lautet sein offizieller Name. Es hängt seit dem Umbau der Bahnhofshalle im Jahr 1985 an der Decke.
Erschaffen wurde es von Adolf Luther. Er ist vor allem durch seine Hohlspiegelobjekte bekannt, die als „Integrationen“ mit den umliegenden, zumeist öffentlichen Räumen eng verknüpft sind.
Hier hat er 49 runde Hohlspiegel in einem leichten Metallgerüst aufgehängt. Sie können sich bewegen und über in dem Gerüst angebrachten Lichtquellen können sie Lichtpunkte auf den Boden der Halle projizieren. Das wird jedoch aus Sicherheitsgründen nicht gemacht. Statt dessen spiegeln sie meist das wider, was genau unter ihnen geschieht: Man sieht Menschen durch die Halle gehen, stehen bleiben, sich finden und sich trennen. Auch ich wurde beim Fotografieren „beobachtet“.
Luther gilt als Hauptvertreter von kinetischer Kunst und Optical Art, kurz „Op-Art“. Luther wird in einem Atemzug genannt mit den deutlich bekannteren Düsseldorfer Künstlern Günther Uecker und Heinz Mack, den Begründern der Künstlergruppe ZERO sowie Victor Vasarely.
Dieses Kunstwerk haben Düsseldorfer Bürger der Bundesbahn gestiftet.
Wer schon mal in der Düsseldorfer Tonhalle war, der hat sicherlich ein ähnliches Kunstwerk von Luther auch dort entdeckt: Mitten in der Kuppel über dem Zuschauerraum hängen 21 Spiegel. Auch sie haben sich einst bewegt, tun dies aber heute nicht mehr. In meinem Blog-Beitrag über die Tonhalle habe ich über sie berichtet: Ueckers Stalaktiten hängen in der Tonhalle.
Wenn Sie nun Interesse bekommen haben, mit mir eine „Runde um den Bahnhof“ zu drehen und zu schauen, was dessen zumeist als „Problemviertel“ bezeichnetes Umfeld zu bieten hat, dann kontaktieren Sie mich!

