Ein Denkmal für den Köbes

Es war ein langer Weg, bis der Köbes – der traditionelle Kellner einer Altbier-Brauerei – im Garten eines Weinlokals stand. Denn die Düsseldorfer Hausbrauereien wollen das Denkmal für den fixen, manchmal auch flapsig-ruppigen Altbier-Kellner nicht. Sie argumentierten, die Köbesse und die ganze Altbier-Kultur seien zu lebendig, um ihnen ein Denkmal zu setzen.

Also musste eben der Winzer und Eigentümer des Traditionsrestaurants „En de Canon“, Herbert Engist, einspringen. Über sein Grundstück kann er selbst bestimmen – da braucht es keinen öffentlichen Raum und damit keine Zustimmung der Stadt und ihrer Ausschüsse. Und so steht der Köbes seit März 2024 in seinem Gastgarten und bietet Altbier an.

Bereits im Jahr 2016 hatten der ehemalige Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven und der Bildhauer Peter Rübsam über ein Köbes-Denkmal diskutiert. „Nur“ acht Jahre später wurde er aufgestellt: 800 Kilo schwer und überlebensgroß mit 2,20 Metern.

Doch warum heißt der Kellner in Düsseldorf und Köln eigentlich Köbes? Gäste aus anderen Regionen verhören sich oft und verstehen „Kürbis“ – und fragen dann nach dem Ursprung der Bezeichnung. Blöd nur, dass es da keine eindeutige Quelle gibt.

Die am weitesten verbreitete Erklärung: Es ist der Namen Jakob:
Im Rheinischen / Kölschen ist Köbes die Abkürzung für Jakob – ähnlich wie „Köbi“ im Schweizerdeutschen. Jakob war einst einer der meistverbreiteten männlichen Vornamen – und auch viele Brauhausbedienstete hießen Jakob. Irgendwann wurde der Name zum Berufsbegriff.

Die für mich glaubhaftere Bezeichnung hat einen Bezug zu den Jakobspilgern:
Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela gingen entlang des Rheins und kamen auch durch Düsseldorf und Köln. Santiago ist die spanische Form des Namens Jakob, weshalb sie Köbes genannt wurden – sozusagen die „Jakobs“. Weil so eine Pilgerreise lange dauerte, oft deutlich länger als die Ersparnisse reichten, mussten die Pilger unterwegs arbeiten. Sie jobbten in Herbergen und Schänken, oft tage- oder wochenweise, bis sie das Geld für die nächste Etappe zusammen hatten. Weil man sich bei solch ständig wechselnden Kellnern die jeweiligen Namen nicht merken konnte, war es einfach, sie nach ihrer Tätigkeit als Jakobspilger zu bezeichnen: Köbes.

Auch im Gasthaus En de Canon wurden wohl bereits im 19. Jahrhundert Pilger auf dem Jakobsweg von Köbessen bewirtet. Da schließt sich der Kreis.

Düsseldorf liegt am Jakobsweg – darüber habe ich bereits einen Beitrag geschrieben.

Auch über meinen Atelierbesuch bei Peter Rübsam habe ich in diesem Blog schon geschrieben.

Köbes-Denkmal
Zollstraße 7
Düsseldorf-Altstadt

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