Wo ein umgekippter Konzertflügel liegt

Vor der Tonhalle im Rondell ist ein runder Brunnen. Wohl hundertmal bin ich an ihm achtlos vorbeigegangen: Da plätschern ein paar eher lustlos wirkende Wasserstrahlen vor sich hin – dachte ich. Doch weit gefehlt. Kürzlich ging ich mal an den Rand – und entdeckte, dass das „Ding“ in der Mitte des Wasserbeckens tatsächlich eine Bedeutung hat. Hinsehen hilft :)
Es handelt sich um das Werk „Nachklang“ des japanischen Künstlers Sohei Hashimoto.

Mein erster Gedanke war, dass da wohl missgestimmte Konzertbesucher nach einer provozierenden Darbietung den Flügel aus Frust hier entsorgt haben: Er liegt auf dem Kopf, seine drei Beine mit den Rollen weisen gen Himmel, und den Klavierhocker haben sie gleich hinterhergeworfen.

Sobhei Hashimoto zählt zu den Größen der Fluxus-Kunst, so wie Wolf Vostell oder auch Yoko Ono. Nur hatte er nie das Glück, so wie diese beiden zu Berühmtheit zu gelangen.

Ursprünglich bestand das Werk aus vergänglichem Holz und war 1988 für das 700-jährige Stadtjubiläum gedacht. Dann fand sich ein Sponsor und so konnte der Flügel in Bronze gegossen werden.

Wie so viele Japaner kam der Künstler nach Düsseldorf wegen der vielen japanischen Firmen. Als Sobhei Hashimoto im Jahr 2023 mit 80 Jahren diese Welt verließ, hinterließ er diesen umgekippten Konzertflügel – einen „Nachklang“.

Bei der Recherche bin ich allerdings auf unterschiedliche Namen des Kunstwerks gestoßen:

Heißt es nun Nachklang, wie d.kult es nennt?
https://emuseum.duesseldorf.de/view/objects/asitem/items$0040:138921

oder Ausklang, wie auf der Webseite kulturraum.nrw zu lesen ist?https://skulpturen.kulturraum.nrw/duesseldorf/sohei-hashimoto/ausklang.html

Oder trug es ursprünglich einen japanischen Titel, der dann auf beide Weisen übersetzt werden kann?

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/kultur/ein-umgekipptes-klavier-ist-der-letzte-gruss-sohei-hashimoto_aid-119627223

Ateliers Höherweg

Hashimoto arbeitete im Höherweg, war eines der sieben Gründungsmitglieder des Vereins, der das damals heruntergekommene Verwaltungsgebäude auf dem Höherweg 271 übernahm. Die Liegenschaft gehört noch immer der Stadt. Der Verein brachte große Summen auf, schuf insgesamt 14 Atelierräume und richtete eine Gemeinschaftsküche ein.

Im Gastatelier mit dazugehöriger Wohnung durften bereits mehr als 100 Gastkünstler*innen für je drei Monate einziehen. Sie schufen Kunst, konnten die Zeit als „Artist in Residence“ aber auch zum Netzwerken nutzen. Denn die meisten kommen als unbekannte Newcomer nach Düsseldorf. Aber einige, wie beispielsweise die New Yorker Künstlerin Elizabeth Cooper sind inzwischen international bekannt. Sie war 2019 in Düsseldorf – hier finden sich einige ihrer Werke online. Auch für die Schweizerin Christine Streuli war Düsseldorfs Höherweg im Jahr 2005 eine wichtige Station. Die Malerin ist bekannt für großformatige, farbintensive, ornamentale Arbeiten. Seit 2015 ist sie Professorin an der Universität der Künste Berlin.

Mitglieder des Vereins a271 sind oder waren unter anderem: Andreas Bee, Sybille Berke, Pia Fries, Anja Garg, Katharina Grosse, Sohei Hashimoto, Gabriele Horndasch, Yoshiyuko Kakedo, Jan Kolata, Berthold Langnickel, Anno Frank Leven, Bernd Mechler, Tobias Przybilla, Klaus Richter, Hedwig Rogge, Philippa Schöne, Paul Schwer und Ansgar Skiba. 

Mehr zum Ateliers Höherweg e.V, auf dessen Webseite:
https://a271.de/
Was aktuell im Verein und dessen Haus los ist, erfährt man am besten auf deren Facebook-Seite:
https://www.facebook.com/a271.de

Wenn Sie nun Interesse bekommen haben, mit mir Kunstwerke im öffentlichen Raum anzuschauen, dann kontaktieren Sie mich!

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