Mechanimals von Ardif kleben an Mauern

Ich mag Kunst – auch in ihrer Straßenform. Der „Straßenköter“ der Kunstszene ist die Street-Art: gesprühte Graffitis, geklebte Sticker und die oft enorm kunstvollen Paste-ups: Im Atelier vorbereitete „Tapeten“, die an Wände gekleistert werden. Einer der Künstler, die mich mit Paste-ups seit Jahren faszinieren, ist Ardif. Man weiß von ihm, dass er ein aus Paris stammender Franzose ist. Seine Homebase ist angeblich Lyon – und vielleicht hat er als Zweitwohnsitz Düsseldorf – oder er kommt regelmäßig zu Besuch. Denn er verschönert unsere Stadt seit vielen Jahren immer wieder.

Ardif ist laut meinen Recherchen von der Ausbildung her ein Architekt. Er ist interessiert an der Ästhetik von Gebäuden und deren Strukturen. Das merkt man seinen Werken deutlich an. Er schafft sogenannte „Mechanimals“ – Zwitterwesen aus Tieren (animals) und mechanischen Maschinen.

Diese wirken wie verschachtelte Architektur. Manche erinnern mich an Eschers „Relativity“ oder an Breughels „Turmbau zu Babel„. Allein schon wegen dieser Assoziationen macht Ardif in meinen Augen große Kunst.

Beim Anblick dieser halb-Tier-Maschine-Wesen frage ich mich, ob denn in der Tier-Seite überhaupt Fleisch und Blut dahinter steckt. Gerade im Zeitalter humanoider Roboter wird man irgendwann nicht mehr sagen können, ob sich hinter der Haut, dem Fell oder dem Gefieder tatsächlich ein Lebewesen verbirgt. Da haben wohl Science Fiction-Filme ihre Spuren in meiner Fantasie hinterlassen.

Ardif erzählt offiziell in seinen Paste-ups die Geschichte des Menschen und zeigt das Spannungsfeld zwischen Natur und Innovation. Innovation ist von der Natur inspiriert. Bionics sind das beste Beispiel dafür. Dazu zählen die nach oben gebogenen Enden von Flugzeug-Tragflächen. Die hat man sich von Vögeln abgeschaut. Oder die Dellen im Golfball.

Lange schon nicht mehr existiert dieser wundervolle Papagei, der vor knapp zehn Jahren in die Durchfahrt zur Sammlung Philara in Flingern geflogen war. Er war eines der ersten Werke von Ardif, das ich fotografiert habe – und eines der wenigen farbigen:

Durchgang zur Sammlung Philara

Auch aus den Straßen von Paris sind Ardifs halb mechanische Tiere nicht mehr wegzudenken.

Wie sehr viele Street-Art-Künstler findet man auch Ardif auf Instagram: https://www.instagram.com/a_r_d_i_f

Wer nun Lust hat, sich diese wundervollen mechanischen Tiere an die eigenen Wände zu hängen, muss nicht unbedingt Ardif beauftragen. Die Urban Art-Gallery Pretty Portal in Bilk hatte sogar eine Ausstellung der Mechanimals organisiert und verkauft Ardifs Werke.

Haben Sie nun Interesse, mit mir die Kunst auf den Straßen Düsseldorfs zu entdecken? Kontaktiere Sie mich!

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