Der Papst im Füchschen

Den Papst habe ich im Füchschen noch nie gesehen. Das könnte daran liegen, dass Franziskus ebenso wenig wie seine Vorgänger dort zum Altbier trinken verkehrt. Es könnte aber auch daran liegen, dass ich eine Frau bin. Denn der Papst ist auf der Herren-Toilette. Na logisch – dann konnte ich ihn auch nicht treffen.

Wobei „treffen“ ganz trefflich beschreibt, was es mit dem Papst auf sich hat.
Wikipedia erklärt es perfekt. Unter dem Stichwort Speibecken schreibt das Online-Lexikon:
In der Burschensprache von Studentenverbindungen wird das Speibecken Pabst oder Papst genannt. Ersteres sei angeblich vom lateinischen Verb pabere (spucken, speien) abgeleitet – tatsächlich ist dieses Wort in keinem Wörterbuch verzeichnet –, eher kann es auf die üblichen Schreibvarianten im Mittelhochdeutschen (p/b wie z. B. auch k/g) zurückgeführt werden kann. Die Bezeichnung Papst (Babst) aus dem althochdeutschen Wort bâbes für den Abtritt und für einen Toilettenstuhl (in Anspielung auf den „Stuhl Petri“) ist bereits im 16. Jahrhundert nachgewiesen und findet sich mundartlich und burschensprachlich im Zusammenhang mit Erbrechen überwiegend in protestantischen Gebieten. Hier ist auch schon das Verb papsten für sich übergeben belegt. Für den Begriff des Erbrochenen gilt in der Burschensprache das Wort „Papstat“. Die frühe Übernahme in die Burschensprache als Synonym für Speibecken oder Toilette sollte Ausdruck einer besonderen Verachtung der römischen Kirche sein. In katholischen Verbindungen wird das Speibecken dagegen auch öfter Luther genannt (Verb luthern).

So – jetzt wissen wir’s ganz genau.
Und ich hoffe, dass auch Sie den Papst so schnell nicht treffen werden 🙂

20161215_194730

Der Papst im Füchschen … Mein Dank für dieses Foto geht an den netten Herrn aus der fröhlichen Firmen-Gruppe, die ich kürzlich von Brauerei zu Brauerei führen durfte und der sich extra für mich dem Papst mit seiner Handy-Kamera genähert hat.

 

 

 

 

Mir wurde übrigens eine ganz andere Herkunft der Bezeichnung Papst in diesem Zusammenhang geschildert: Man hält sich recht und links fest und verbeugt sich dann ganz tief über dem Becken – als hätte man den Papst vor sich.
Klingt auch irgendwie logisch, oder?

Diese und andere Kuriositäten rund um die Rheinische Braukultur zeige und erkläre ich bei meiner Tour von Hausbrauerei zu Hausbrauerei.

Dieser Beitrag wurde unter Besondere Orte in Düsseldorf, Essen und Trinken, Stadtführungen, Tipps und Infos abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Der Papst im Füchschen

  1. Pingback: Trinken Sie mit mir eine Sonne? | Düsseldorf entdecken

Kommentare sind geschlossen.