Hinter dem Altar der Kirche St. Lambertus in der Altstadt verbirgt sich ein kleines „Geheimnis“. Natürlich ist das Grabmal von Wilhelm dem Reichen nicht geheim – und trotzdem vielen Besuchern nicht bekannt. Deshalb widme ich diesen Blog-Beitrag unserem Herzog von Jülich-Kleve-Berg sowie Graf von Mark und Ravensberg Wilhelm V. Geboren wurde er 1516 und starb am 5. Januar 1592 – heute ist das auf den Tag genau 434 Jahre her.
Insbesondere das Geburtsjahr kann ich mir gut merken, denn ein anderes Ereignis aus 1516 erwähne ich oft in meinen Führungen: die Einführung des Reinheitsgebots für Bier – das älteste „Gesetz“ der Welt ;)
In der Nacht der Museen 2023 wurde das Grabmal schön angestrahlt:


Durch ein wirklich kleines Loch im Boden gelangt man in die Fürstengruft – per angelehnter Leiter. Ein gar nicht fürstlicher oder gar bequemer Abstieg, den ich im April 2023 anlässlich der Nacht der Museen machen durfte:


Dort unten stehen die Blei-Sarkophage – aufgebockt wegen der Feuchtigkeit im Gemäuer und vielleicht auch wegen gelegentlicher Hochwasser:



Man verzeihe die nicht so prächtige Qualität der Bilder – bei der mageren Lichtsituation kam meine Handykamera an ihre Grenzen.
An den Wänden gibt es interessante Inschriften:

Zu dieser hier habe ich eine Übersetzung gefunden:

Wer liegt hier? Der Herzog von Jülich. Aus welchem Elterngeschlecht? Er wurde geboren aus dem erlauchten Geblüt der Klever. Welche war seine Gemahlin? Maria ist jene gewesen. Aus welchem Stamm? Des großen Kaisers Schwester, von dem seligen Kaiser abstammend. Wem diente er als junger Mann? Dem Krieg. Wem in den Jahren als Erwachsener? Dem Frieden. Wem als Greis? Der Gerechtigkeit und Gott. An welcher Krankheit verstarb er? An Altersschwäche und Leiden des Herzens. Wie? In der Hoffnung unbesiegt und im Glauben nicht wankend. Also ist er vergangen? Der erste Teil lebt. Was (tut) der andere? Er wird auferstehen. Von wo? Aus diesem Grab. Wann? Wenn die Posaune ruft. Als das fünfte Licht des neu erstandenen Jahres aufgeleuchtet hatte, strebte der klevische Fürst zu dem seligen Königreich. Von dem Verfasser Jakob Lom aus Roermond.
Diese Übersetzung stammt aus https://www.inschriften.net/duesseldorf/inschrift/nr/di089-0094.html? … und dort gib es noch viel mehr Interessantes über die Inschriften an den Gruft-Wänden zu lesen.
Der von mir hoch geschätzte Peter Hachenberg hat sich in zwei Blog-Beiträgen dem Leben und vor allem dem langen Leiden und Ableben Wilhelms des Reichen gewidmet: Orangenschalen, Magenpflaster, Ameisenpuls, Karfunkelwasser und zerstoßenes Huhn… Ein Lesetipp für eine Schmökerstunde:
Über St. Lambertus habe ich in diesem Blog bereits geschrieben, schließlich ist es das älteste Gebäue der Altstadt.
Wenn Sie nun Interesse an einer Führung durch Düsseldorfs Geschichte haben, dann kontaktieren Sie mich!

