Als Beuys per Einbaum nach Hause geholt wurde

An ein genau 45 Jahre zurück liegendes Ereignis erinnert diese Skulptur, die neben der Kunstakademie und der Einfahrt zum Rheinufertunnel auf der Wiese am Rheinufer steht.
Ein bisschen sieht sie aus wie eine seltsam geformte Sitzbank. Nur sitzen kann man darauf nicht – sie ist zu rund. Und wie immer, wenn in Düsseldorf etwas seltsam erscheint, handelt es sich um Kunst.

„Begehbares Kunstobjekt Boot 1996 Stieleiche“

Dieses Boot erinnert an eine Zeit, als Kunst in Düsseldorf noch kräftig provozierte. 1972 wurde Joseph Beuys vom damaligen Wissenschaftsminister und späteren Ministerpräsidenten sowie Bundespräsidenten Johannes Rau als Professor der Düsseldorfer Kunstakademie entlassen. Hier können Sie bei Wikipedia darüber lesen. Es folgten viele Proteste seiner Studenten. Einer der aufsehenerregendsten war die „Heimholung des Joseph Beuys“ am 20. Oktober 1973 – also ziemlich genau vor 45 Jahren.

Beuys‘ Meisterschüler Anatol (Anatol Herzfeld) paddelte mit dem Einbaum namens „Das Blaue Wunder“ von Oberkassel aus über den Rhein zum Ufer vor der Kunstakademie. Mit im Boot saß kein Geringerer als Joseph Beuys. Symbolisch holten die Studenten ihren Professor heim.

Foto von der Ankunft Beuys‘ in der Nähe der Kunstakademie

(abfotografiert aus dem Buch „Mit Beuys durch Düsseldorf“ meines geschätzten Kollegen Dietmar Schönhoff)

Der Künstler hat sein Werk signiert:

Gerhard Moritzen ist seit 1989 Dozent für Holzbildhauerei an der Kunstakademie in Düsseldorf.

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