Wie Hans Albers nach Düsseldorf kam

Er ist und bleibt ein Hamburger Jung: der blonde Hans. Er ist so eng mit der Hansestadt verbunden, dass Spaziergänger im Düsseldorfer Medienhafen immer wieder ungläubig vor dieser Statue stehen: Was hat Hans Albers mit Düsseldorf und dem Rhein zu tun?

So blickt Hans Albers über den Düsseldorfer Medienhafen. Am Sockel sollt ihr den Ort erkennen: In Düsseldorf enthält er lediglich die Initialien H.A. – und auf der Rückseite ein „Für“

Manche meinen, diese Skulptur in Hamburg schon einmal gesehen zu haben… und haben damit völlig recht.

Und das kam so:


Der Wilhelmplatz (bis 1899: Wilhelmstraße) in St. Pauli wurde 1964, vier Jahre nach dem Tode des beliebten Volksschauspielers, in Hans-Albers-Platz umbenannt. Dieser Platz gilt als Kern des alten St. Pauli und wird in Fachkreisen »Kleiner Kiez« genannt. Seit 1986 steht hier das bekannte, skurrile Hans-Albers-Denkmal, eine fast drei Meter große, bronzerne Statue des Künstlers Jörg Immendorff. Nach einem Disput mit dem Hamburger Senat ließ Jörg Immendorf die Skulptur nach 9 Jahren vom Sockel abbauen und nach Düsseldorf transportieren. Damit der Sockel nicht leer dastand, bestellte der Hamburger Senat bei Immendorff eine Kopie der Hans Albers-Skulptur. So steht die Originalskulptur nun im Medienhafen von Düsseldorf auf dem Ueckerplatz, Kaistrasse 16 und schaut auf den Rhein. Auf dem Hans-Albers-Platz auf St. Pauli steht hingegen heute die Kopie.
(zitiert aus: http://www.der-blonde-hans.de/stpauli.htm)

Wieso Immendorff überhaupt eine Skulptur für die Hamburger machte? Er hatte 1984 in Hamburg die „La Paloma“-Bar eröffnet und damit seinen Bezug zum bloden Hans ganz deutlich gemacht: La Paloma – ohe!

Die Hamburger Skulptur klärt uns auf: Sie wurde 1986 erstellt – und 1999 wurde sie mitsamt dem komplett neu gestalteten Sockel gegossen.
Die sündige Meile: So hat Immendorff den Liedtitel „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ interpretiert – und sich vermutlich selbst porträtiert: Eine Dirne reitet nackt auf seinem Rücken und peitscht ihn aus.
Ganz klar: Das ist ein Düsseldorfer Werk, das da in Hamburg steht.
In Sankt Pauli ist uns Hans Albers näher – im wahrsten Sinne des Wortes: Der Sockel ist nicht so hoch.
Hier wie dort blickt der Seemann Häuserschluchten entlang.

Jetzt wissen wir es also: In Düsseldorf steht das Original, in Hamburg die Kopie 🙂

Übrigens: Am 28. Mai 2007 verstarb der Künstler Jörg Immendorff, sein Todestag jährt sich morgen zum zwölften Mal.

Haben Sie jetzt Lust auf einen Rundgang durch den Medienhafen bekommen? Gerne nehme ich Sie mit auf die Gedankenreise nach Hamburg, Bilbao, Paris, Prag und an noch viiiiiel mehr Orte, zu denen gedankliche Beziehungen bestehen.

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