Eine Träne über Beuys‘ Tod

Sehr stark geweint muss er haben. Wie sonst lässt sich eine derartig intensive Tränenspur erklären. James Lee Byars war erklärter Fan von Joseph Beuys. Als dieser am 23. Januar 1986 verstarb, hat sein Künstler-Kollege wohl so manche Träne vergossen. Wir können diese Spuren der Tränen heute noch erblicken, und zwar rechts neben dem Eingang der Kunsthalle. Eine rote Linie zieht sich vom Dach bis zu einem kleinen Absatz. Dort prallt die Träne auf, zerspringt in viele kleine „Tränen-Rinnsale“.

rechts neben dem Eingang der Kunsthalle ist ein senkrechter roter Strick in der Fuge der Betonplatten. Untern auf dem Absatz zerschellt die „fallende Träne“ in mehrere Tränenflüsse.

Das nenne ich tiefe Trauer.

Zumal die Kunsthalle ein symbolischer Ort dieser Künstlerfreundschaft war. Tagelang saß der US-Künstler einst auf dem Dach der Kunsthalle und rief einmal pro Stunde laut „Beuys-Platz“ über den Grabbeplatz als Zeichen, dass er den zu dieser Zeit extrem umstrittenen zeitgenössischen Künstler Beuys für soviel wichtiger hielt als den schon lange verstorbenen Dichter Grabbe.

2011 gab es eine wundervolle Ausstellung mit Werken James Lee Byars in Schloss Benrath. Beeindruckend und vor allem passend fand ich die goldene Kugel im Schlossteich.

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